Backen und Kochen mit Bambusmehl

Ballaststoffe pur

Bambus macht sich nicht nur schön im eigenen Garten, sondern bietet sich auch in der Küche als nützlicher Helfer an. Es geht doch nichts über ein saftiges Brot oder ein knuspriges Brötchen. Mit Bambusmehl lassen sich klassische Backwaren ganz einfach gesund und ballaststoffreich aufpeppen.

Insbesondere in Deutschland gelten Backwaren als unverzichtbar. Nichtsdestotrotz werden sie im Rahmen verschiedenster Ernährungsprogramme und Diäten von der Einkaufsliste gestrichen. Auf Kohlenhydrate soll im Rahmen von Low Carb- und No Carb-Diäten möglichst verzichtet werden. Hintergrund für den Verzicht auf konventionelle Backwaren ist in der Regel der hohe Anteil an Kohlenhydraten in Getreidemehlen – ja, auch im Vollkornmehl -, der nicht mit den Prinzipien angesagter Low Carb-Programme zu vereinbaren ist.

Bambus ist essbar

Seitdem Bambussprossen aus der Asia-Küche auch den europäischen Markt erreichten, erlangt der Bambus immer größere Aufmerksamkeit. Bambus verziert eben nicht nur den Garten, sondern ist tatsächlich auch essbar. Dass das schnellwachsende Gras eine der vielseitigsten Pflanzen überhaupt in Bezug auf seine Verwertbarkeit ist, erkennt inzwischen auch die Gastronomie. Mit dem Bambusmehl trendet in der Ernährungsbranche zurzeit eine echte Alternative zu den Kohlenhydratbomben der Getreidemehle. Doch was genau ist Bambusmehl? Bambusmehl wird aus der Bambuspflanze gewonnen, häufig aus der Sorte „dendrocalamus asper“. Die Fasern des in Südostasien beheimateten Riesenbambus oder Drachenbambus werden gemahlen und zu einem sehr feinen Mehl verarbeitet, das sich vor allem zum Ausrollen oder Weiterverwerten von Low Carb-Teigen eignet. Es entsteht ein Konzentrat an Ballaststoffen, das durch seinen neutralen Geschmack in der Küche vielseitig als Grundlage für Teige, Suppen oder Saucen genutzt werden kann. Doch was macht das Mehl aus Bambusfasern so besonders?

Extrem kohlenhydratarm

Ein Blick auf die Nährwerte des Mehls genügt um zu sehen, dass es sich grundlegend von anderen Mehlsorten unterscheidet. Mit weniger als einem Gramm Kohlenhydrate auf hundert Gramm Mehl findet das Trend-Produkt vor allem Anklang im Rahmen von Ernährungskonzepten und Diäten, bei denen eine reduzierte Kohlenhydratzufuhr wichtig ist. Im Vergleich dazu enthält ein gängiges Weizenmehl, das üblicherweise in Brötchen und Backwaren verarbeitet wird, mit 76 Gramm Kohlenhydraten auf hundert Gramm ein Vielfaches an Kohlenhydraten. Mit Bambusmehl lässt sich ein Teil des konventionellen Mehls ersetzen und so der Anteil an Kohlenhydraten verringern. Bezogen auf den Fett-Anteil gibt es keine größeren Unterschiede zwischen den Mehlsorten. Hundert Gramm Bambusmehl enthalten weniger als ein halbes Gramm Fett. Der Protein-Anteil ist ähnlich niedrig. Wenn die Bambusfasern nur zu einem sehr geringen Teil aus den bekannten drei Makronährstoffen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß bestehen – Woraus bestehen sie dann? Die Antwort liefert der enorm hohe Anteil an Ballaststoffen.

Mehr als 95 Prozent Ballaststoffe

Bambusmehl auf BambusbrettchenBambusmehl überzeugt in der modernen Küche nämlich mit einem ungewöhnlich hohen Anteil an Ballaststoffen von über 95 Prozent. Ballaststoffe sind recht kalorienarm, wodurch die Bambusfasern mit etwa 195 Kalorien pro hundert Gramm über ein Drittel weniger Kalorien als Getreidemehle enthalten. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Zufuhrmenge von dreißig Gramm Ballaststoffen am Tag sind mithilfe von Bambusmehl also recht einfach zu erreichen. Viele Rezepte lassen sich durch Bambusmehl verfeinern oder ergänzen und können so deutlich ballaststoffreicher zubereitet werden. Mehr Ballaststoffe sorgen für zufriedene Darmbakterien und eine bessere Verdauung. Außerdem wirken sie sich positiv auf die Blutfettwerte, das Herz-Kreislauf-System sowie den Cholesterinspiegel aus und sind somit rundum gesundheitsfördernd.

Vegan, gluten- und laktosefrei

Zum Vergleich: Was den Ballaststoffanteil betrifft kommen nur die Nahrungsergänzungsmittel Inulin und Flohsamenschalen mit 88 bzw. 84 Gramm pro 100 Gramm in die Nähe des Bambusmehls. Danach folgen Weizenkleie mit 45 Gramm, Chiasamen mit 40 Gramm und Leinsamen mit 35 Gramm. Bambusmehl ist ein sehr feines, geruchs- und geschmacksneutrales Pulver. Ein Kilo Bambusfasern hat ungefähr ein Volumen von drei Litern – doppelt so viel wie Getreidemehle. Ein Esslöffel Bambusmehl wiegt also nur etwa halb so viel wie die gleiche Menge Getreidemehl. Das Naturprodukt ist vegan und frei von Nüssen, Soja, Gluten sowie Laktose. Das Mehl bindet im Vergleich zu den klassischen Getreidemehlsorten viel Wasser, was vor allem in der Küche zum Kochen und Backen genutzt werden kann.

Allzweckwaffe Bambusmehl

Das Mehl hat keinen spürbaren Eigengeschmack und ist daher zum Kochen und Backen vielseitig einsetzbar. Gerade Backwaren wie Brot und Brötchen, aber auch Muffins und Kuchen werden von außen schön knusprig und von innen besonders weich. Grund dafür ist, dass das Mehl aus Bambusfasern Wasser bindet und so für einen saftigen Kern sorgt. Die wasserbindende Eigenschaft kann auch genutzt werden, um unterschiedlichste Teige einzumehlen und anschließend ganz entspannt auszurollen. Bambusmehl lässt sich auch als kalorienarmes und ballaststoffreiches Bindemittel in Suppen oder Saucen verwenden. Das Mehl aus Bambusfasern gibt es derzeit vor allem online zu kaufen. Der stationäre Einzelhandel hat es bisher in der Regel noch nicht im Angebot. Der Preis für Bambusmehl ist mit dem für Flohsamenschalen vergleichbar. Einfach mal ausprobieren. Auch Pfannkuchen lassen sich gut mit einem Teil Bambusmehl backen. Selbst schon probiert und für lecker befunden.
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