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Schutz vor Erdbeben: Bauen mit Bambus

Das indonesische Inselparadies Lombok lockt mit weißen Stränden und türkisblauem Wasser. Badegäste und Bergsteiger lieben die Nachbarinsel von Bali. Am 5. August erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,9 die Idylle und kostete 436 Menschen das Leben. 1350 Menschen wurden verletzt, 350.000 sind zurzeit obdachlos. Bei Erdbeben sterben die meisten Menschen durch einstürzende Häuser und Bauwerke.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring. Das ist ein Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt und an dem mehrere Kontinentalplatten aneinanderstoßen. Dadurch kommt es immer wieder zu Erdbeben und den für die Region typischen Tsunamis. Dem starken Erdbeben Anfang August folgten hunderte Nachbeben. Der Sachschaden wird auf umgerechnet über 300 Millionen Euro geschätzt.

Mehr als 2,2 Milliarden Menschen leben weltweit in erdbebengefährdeten Gebieten. Meist kommt es an den Rändern der Kontinentalplatten zu starken Erdbewegungen. Beben der Stärke sechs oder mehr gibt es mehrmals pro Woche, mehr als neunzig Prozent aller Erdbeben finden entlang des Pazifischen Feuerrings statt. Dieser zieht sich von Neuseeland vorbei an den Philippinen und Japan bis zur Westküste Nord- und Südamerikas.



Bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 gab es 316.000 Todesopfer, in Nepal vor drei Jahren mehr als 9000. Dass aus im Grunde normalen Naturereignissen Naturkatastrophen werden, liegt vor allem daran, dass so viele Menschen in Gebäuden leben, die alles andere als erdbebensicher sind. Dabei gibt es genug Forschungserkenntnisse, Materialien und Techniken, die Leben retten könnten. Dass dies nicht geschieht, hat vielfältige Gründe. Oft spielt eine unheilige Allianz aus Armut, Pfusch, Korruption und Ignoranz auf den verschiedensten Ebenen eine Rolle. Billig gebaute Betongebäude und Häuser aus Ziegeln und Lehm fallen schnell in sich zusammen, wenn der Boden wackelt.

Da Erdbeben bis heute nicht vorhergesagt werden können, sind erdbebensichere Gebäude der beste Schutz. Für Wolkenkratzer in reichen Großstädten zum Beispiel gibt es eine Reihe unterschiedlicher Lösungen, die mithilfe modernster Technik und ausgeklügelter Statik funktionieren. Wenn es um Lösungen für kleinere Gebäude geht, hat sich gerade die traditionelle Bauweise mit natürlichen Baustoffen bewährt. Oft können so mit einfachsten Mitteln wie einem Geflecht aus elastischen Bambusstreben, einer Art Korsett, das die Ziegel stützt, Leben gerettet werden.

Rund ums Bauen mit nachhaltigen Materialien wie Bambus gibt es eine ganze Reihe von Aktivitäten und Entwicklungen, die hoffen lassen, dass auch die Menschen in den ärmeren Ländern in Zukunft besser vor Erdbeben geschützt werden.

Vorteile von Bambus als Baumaterial

Green School auf Bali/Indonesien

Handmade School in Bangladesch

Phoolna School in Bihar/Indien

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