Unikat Bambusrad: Individuell und nachhaltig

Bambusfahrräder sind eine Nische – aber eine besonders schöne. Keine Massenproduktion, sondern liebevolle Handarbeit. Räder aus Bambus sehen nicht nur toll aus, sondern sind durch das natürliche Material besonders nachhaltig. Die Modellpalette wird immer breiter. Neben City- und Trekkingrädern gibt es Mountainbikes, Rennräder und auch E-Bikes mit Bambusrahmen.

Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde und nimmt kontinuierlich an Bedeutung zu. Umso logischer ist es, dass auch Fahrradhersteller sich darüber Gedanken machen, wie sie zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen können. Daher bieten inzwischen einige Hersteller Bambusfahrräder an, deren Rahmen vollständig aus dem Naturmaterial Bambus besteht.

E-Bike „my Volta“ von my Boo

Hauptsächlich handelt es sich dabei um Bambus aus Ghana, der direkt vor Ort nach der Ernte zu Fahrradrahmen verarbeitet wird. Der große Vorteil: Dies garantiert nicht nur jedem Besitzer, ein echtes Unikat zu erhalten – auch erfolgt die Produktion CO2-neutral. Die Verbindungsstücke bestehen aus Bioharz und Hanfseilen. Weiterhin achten Hersteller wie my Boo darauf, dass die Arbeiter vor Ort fair entlohnt werden.

Das Bambusfahrrad – was ist das eigentlich genau?

Wer zum ersten Mal von einem Bambusfahrrad hört, stellt sich zu Recht die Frage, ob dieses überhaupt eine ähnlich hohe Stabilität bieten kann wie ein Fahrrad mit einem Alu-Rahmen. Hier zeigt sich schon beim ersten Ausprobieren, dass Bambus sich durch eine enorme Stabilität auszeichnet. Das Material verfügt über einzelne, voneinander abgetrennte Kammern sowie über eine dicke, feste Außenhülle. Das Material ist äußerst robust, widerstandsfähig und somit perfekt für die Herstellung von Fahrrädern geeignet.

„City low“ von Urbam

Dazu kommt, das Bambus ein extrem schnell nachwachsender Rohstoff ist. Einige Sorten wachsen pro Tag sogar bis zu einem Meter hoch, was eine kurzfristige Ernte ermöglicht. So lassen sich jedes Jahr große Mengen Bambushalme ernten, ohne dass dabei der Bestand gefährdet wird. Weiterhin verfügen zahlreiche Bambusarten über breitgefächerte Wurzelsysteme, die sehr schnell neue Pflanzen ausbilden und damit in der Lage sind, viel CO2 zu speichern. Wird ein Bambushalm abgeerntet, lebt die Pflanze – im Gegensatz zu abgeholzten Bäumen – weiter und produziert einfach neue Halme.

Trotzdem befindet sich die Entwicklung von Bambusfahrrädern noch in der Entwicklungsphase, denn für Antrieb, Bremsen und andere Einzelteile haben sich bislang keine brauchbaren Alternativen zu Stahl oder Aluminium gefunden. Hier zeigt sich ein Unterschied zwischen den Rohrverbindungen, die bei Bambusfahrrädern bislang aus Bioharz und Hanf gefertigt werden. Auch an dieser Stelle sucht man noch nach weiteren Möglichkeiten, um die Funktionalität zu optimieren.

Welche Hersteller Bambusfahrräder anbieten

Derzeit sind die Angebote für Bambusfahrräder noch recht überschaubar, allerdings gibt es mehr und mehr Hersteller, welche sich die klimaneutrale und umweltfreundliche Produktion von Fahrrädern zur Aufgabe machen. Einer der Pioniere ist derzeit das Unternehmen „my Boo“, welches exklusive Fahrräder aus Bambus herstellt, deren Materialien in Ghana von Hand verarbeitet werden. Die Fahrräder lassen sich in gewissem Maße nach den eigenen Wünschen konfigurieren. Es gibt sowohl für Damen als auch für Herren unterschiedliche Produkte, die bei rund 1.300 Euro beginnen und – je nach Ausstattung – bis zu 2.800 Euro und mehr kosten können. E-Bikes und Pedelecs starten preislich bei 3.700 Euro.

Cityrad „my Pra“ mit tiefem Einstieg von my Boo

Das Besondere daran: Jedes Fahrrad, das aus Bambus gefertigt wird, ist ein absolutes Unikat. Es verfügt über hydraulische Scheibenbremsen, einen Sattel aus echtem Leder sowie über eine hochwertige Shimano-Schaltung. Die Stabilität des Rahmens steht der eines Modells aus Stahl in nichts nach. Die meisten Menschen wünschen sich ein individuelles, persönliches Fahrrad und kein typisches Modell von der Stange – und Bambus kommt durch seine Nachhaltigkeit und seine natürliche, außergewöhnliche Optik ganz klar an. Ebenfalls konfigurierbar sind die Bambusräder der Düsseldorfer Firma „Urbam“, die die Bambusrahmen in Vietnam produzieren lässt.

E-Bike, MTB, Trekking & Co – Lohnt sich der Kauf eines Fahrrads aus Bambus?

Angesichts des hohen Kaufpreises schrecken viele Menschen vor dem Kauf eines Bambusfahrrads zurück. Keine Frage – ein solches Bike ist für die Natur sehr gut verträglich, doch stimmt auch die Qualität? Eines vorweg: Die Produktion von Bambusfahrrädern erfolgt stets von Hand und mit großem Aufwand. Allein die Verarbeitung des Rahmens dauert in der Regel ungefähr achtzig Stunden – und dieser macht bereits etwa dreißig Prozent des Preises aus. Hinsichtlich der Haltbarkeit und Stabilität müssen sich Kaufinteressenten keine Sorgen machen. Einige Modelle werden sogar zum Teil mit Stahl verstärkt, so dass Gabel und Sattel absolut fest montiert werden können. Weiterhin wird der Rahmen mit einem speziellen Klarlack versiegelt, so dass das Material in Kontakt mit Feuchtigkeit nicht modrig wird. Bambusfahrräder gibt es bereits seit 2014 auf dem Markt und werden in zahlreichen Ländern Europas verkauft – mit wachsendem Erfolg: Die Hersteller bieten teilweise sogar inzwischen ein E-Bike aus Bambus an, das mit einem Frontantrieb ausgestattet ist. Das Kieler Unternehmen my Boo weitet sein Sortiment immer weiter aus. Inzwischen gibt es neben klassischen Citybikes mehrere E-Bike-Varianten, verschiedenen Trekkingräder und Mountainbikes.

Moutainbike „my Daka“ von my Boo

Somit zeigt sich: Das Bambusfahrrad ist zwar kein Schnäppchen, sondern eher ein Objekt für umweltbewusste Liebhaber – dennoch lohnt sich der Kauf für jeden, der sich auch beim Fahrradfahren mehr Nachhaltigkeit und mehr Individualität wünscht.

Warum produzieren große Hersteller keine Bambusfahrräder?

Betrachtet man all die Vorteile eines Bambusfahrrads, bleibt am Ende nur eine Frage offen: Warum haben bislang die großen Hersteller keine Fahrräder aus Bambus im Angebot? Tatsächlich eignet sich die Produktion nicht für Fahrräder von der Stange, die tausendfach weltweit verkauft werden sollen – zumindest noch nicht jetzt. Denn die Herstellung eines Fahrrads aus Bambus ist mit großem Aufwand verbunden und kann nicht maschinell erfolgen: Jeder Rahmen muss von Hand verarbeitet werden, was sich bei Stückzahlen im fünf- oder sechsstelligen Bereich momentan nicht umsetzen lässt. Aus diesem Grund sind Fahrräder aus Bambus bislang nur in kleineren Manufakturen erhältlich. Auch gibt es in größeren Städten wie Hamburg, Berlin oder München inzwischen den einen oder anderen Workshop. In einem solchen Workshop lernt man, wie ein Fahrrad aus Bambus auch selbst gebaut werden kann. Für umweltbewusste Bastler ein spannendes Projekt, bei dem am Ende ein echtes Unikat durch die Straßen saust.

Allerdings kann man in jedem Fall sicher sein, dass ein Fahrrad aus Bambus eine absolut sinnvolle Investition ist, mit der man einen kleinen, aber wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leistet. Und ein Hingucker ist das Bike aus Bambus sowieso – wer mit einem Bambusfahrrad unterwegs ist, zieht automatisch viele bewundernde Blicke auf sich. Die Fahrradsaison 2020 kündigt sich bereits an und wieder gibt es spannende Neuheiten. My Boo bietet erstmals ein Bambusrad mit einem Tiefeinstieg, einem sogenannten Wave-Rahmen, an.

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